Sonntag, 4. Mai 2014

Kedgeree

kedgeree
Hmmm. Ein Kedgeree mit selbstgeräuchertem Lachs. Naja, ok, ich habe ihn nicht persönlich geräuchert, nur bei einer Räucherei gekauft, die selbst räuchert. Aber direkt an der Nordsee. Immerhin. Ja, das lange Wochenende wurde an der Nordsee verbracht. Sehr schön. Allerdings mal vom Assamtee abgesehen, kann man vermutlich kaum weiter weg sein von Indien. Hier im rauen Norden, wo einem eine kühle Brise um die Ohren bläst. Aber unter uns, etwas Kandis statt Kardamom im Tee war zur Abwechslung auch ganz nett. Das Kedgeree war wirklich lecker und genau das Richtige nach einem windigen Tag am Strand. Kedgeree ist übrigens ein anglo-indisches Gericht. Ist also nicht ganz so original indisch. Für uns als Ex-Engänder aber umso ansprechender. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Reispfanne mit geräuchertem Fisch und gekochten Eiern. Die Ferienwohnung riecht jetzt jedenfalls köstlich nach den Gewürzen des Orients... und nach Fisch. Sorry about that.


Mein Plan, dass die Meeresluft so hungrig macht, dass man alles isst, ging leider nicht auf. Lieber nur Brot und Wurst. Hm.

Sonntag, 27. April 2014

Puliyodharai

Ein aufwendiger Name für ein eher einfaches Gericht. Am Ende der Osterferienwoche und dem damit wie erwarteten Verzehr von gefühlten mehreren Kilos Schokolade war ich froh auf dieses eher bescheidenere Rezept zu stoßen. Tamarind Rice. Gekochter Reis gewürzt mit Chilies, Kümmel, Senf und Tamarind. Sonst nichts. Rick hat das Rezept aus dem Meenakshi Tempel in Madurai. Ein einfaches Tempelgericht. Genau das Richtige. Schlicht, karg, etwas spartanisch, aber auch ein wenig ehrwürdig und heilig. Man fühlt sich irgendwie ein wenig gereinigt. Die Anlage an sich scheint mir allerdings im Gegensatz zu meinem simplen Mahl einigermaßen eindrucksvoll und imposant zu sein. http://www.maduraimeenakshi.org/index.php
Es wird empfohlen den Reis am Ende noch gegen einen Stein zu drücken. Angeblich macht das geschmacklich einen großen Unterschied. Leider habe ich keine Ahnung, was für ein Stein das sein muss. Kiesel? Sandstein? Marmor? Da ich keinen Stein zur Hand hatte, der mir geeignet erschien, konnte ich also die Wirkung leider nicht testen und kann daher dazu nicht so viel sagen. Ansonsten fand ich es sehr lecker.

Puliyodharai

Sonntag, 20. April 2014

Thakkali rasam

Ein eher bescheideneres und einfaches Mahl am Ostersamstag. Vor den Feiertagsfestessen, den Schokoladenhasenbergen und Tortenbuffets aber vielleicht eine gute Wahl.
Thakkali rasam mit Tomaten, roten Linsen und Tamarind ist eine eintopfartige Suppe, die sauer und scharf ist, wenn man sich an die empfohlenen drei frischen Chilies plus die getrocknete plus den Löffel Pfeffer hält.


thakkali rasam


Wenn auch nicht das indischste Fest, wünsche ich allen viel Spaß beim Eiersuchen und -essen. 

Frohe Ostern!




Sonntag, 13. April 2014

Mandra


Ist es nicht wunderbar? Plötzlich gibt es Rhabarber und Spargel in Hülle und Fülle im Angebot. Und im Überschwang der Freude kauft man beides kiloweise ein und fragt sich später, was mache ich denn nun alles damit...


Hier also zwei Vorschläge:

1. Spargel


Zum Glück gibt es ein Spargelgericht unter Ricks Rezepten. Nein, eigentlich war es natürlich anders herum. Ich hatte das Rezept von Anfang an im Auge und konnte es kaum abwarten bis die Spargelzeit endlich anbrach. Ein Rezept mit dem wundervollen Namen Mandra. Ich finde, es klingt ein wenig geheimnisvoll und nach Tausendundeiner Nacht. Ja genau, die Märchen stammen übrigens auch ursprünglich aus Indien.



http://www.planet-wissen.de/laender_leute/naher_und_mittlerer_osten/mythos_orient/1001_nacht.jsp

Aber das nur am Rande, ich denke Mandra hat wohl vermutlich eher nichts damit zu tun. Wobei mir alle tausend Geschichten auch nicht wirklich präsent sind. Das müsste ich nochmal überprüfen. Wie auch immer. Es klingt geheimnisvoll und die Kombination der Gewürze ist es auch: Zimt, Fenchel, Koriander, Nelken und Kardamom. Und zwar schwarzer Kardamom. Der Geruch von schwarzem Kardamom ist so intensiv, dass man ehrlich gesagt ein wenig Angst hat, ihn zu benutzen. Allerdings wird die starke Gewürzmischung durch Joghurt (keine Sorge, dieses Mal habe ich mich an die griechische 10%-Variante gehalten, da flockt nix) und Creme double abgemildert und es entsteht ein wirklich einzigartiges Kartoffel-Spargelgericht. Ich habe übrigens grünen Spargel verwendet, da dies in England bzw. Indien wohl die erste Wahl ist. Wobei ich das ehrlich gesagt für Indien nicht wirklich sagen kann. Schon beim Kochen wächst die Spannung und Vorfreude auf dieses ungewöhnliche Mahl.

Mandra


2. Rhabarber



Außerdem bin ich letzte Woche mal wieder meinem neuen Hobby nachgegangen: Chutneykochen.
Also, da ich eh einen kleinen Überschuss an Rhabarber eingekauft hatte, dachte ich, warum nicht es mit Rhabarber versuchen. Rhabarber ist geheimnisvoll und mysteriös und daher sicher gut geeignet ihn mit indischen Gewürzen zu kombinieren.
Sauer, süß, scharf und würzig - klingt verlockend.

Und hier mein Rhubarb Chutney Rezept.

Rhabarber Chutney
(ergibt zwei Gläser plus ein bisschen zum Gleichessen)

650g Rhabarber in kleine Stücke geschnitten
1 große rote Zwiebel in kleine Stücke geschnitten
80ml Weisweinessig
1 Tl Kashmiri Chilli Powder
1/2 Tl Zimt
1 Tl gemahlenen Ingwer
1 Sternanis
300g Zucker
1 El Korinthen

bei niedriger Temperatur ca. 1 Stunde köcheln lassen bis eine marmeladige Konsistenz erreicht ist und noch heiß in sterilisierte Gläser geben und verschließen.

Passt zu Makrele, Hartkäse und Gegrilltem.



Apropos gegrillt. Zum Glück für den Nachwuchs wurde in unserem Garten zusätzlich zu Rhabarber- und Spargel- auch noch die Grillsaison eröffnet, so dass man dank herkömmlicher Würstchen ganz gut über die Runden kam.

Sonntag, 6. April 2014

Pav Bhaji

Ein kleiner Ausflug nach Mumbai. Sozusagen zu einer Pommesbude à la India.

pav bhaji
Pav bhaji is a Maharashtrian fast food dish that originated in Mumbai cuisine. The pavbhaji is a spicy preparation with a mixture of vegetables, either whole or mashed, a generous dose of fresh tomatoes, a dollop of butter, optional toppings of cheese and dry fruits and fresh fruits, consumed with warm bread gently or crispy fried in butter - an all-time, anytime favourite with Mumbaikars. http://en.wikipedia.org/wiki/Pav_Bhaji

Hmmm, was für ein wundervoller Snack. Creamy and rich und frisch mit viel Koriander und Limette in unserer Variante. Lecker.
Zum ersten Mal habe ich auch Amchur Powder benutzt. Es handelt sich übrigens dabei um gemahlene getrocknete unreife Mango. Aha. Kreativ sind sie ja, die Inder. Es schmeckt, wie man vielleicht laut der Beschreibung vermuten würde, ziemlich sauer. 1/4 Teelöffelchen steckt in der Pfanne. Fabelhaft. Und erstaunlich, wie diese kleinen Mengen dies und jenes immer wieder neue Gerichte und Geschmackserlebnisse entstehen lassen.

Rick empfiehlt einen fantastischen Blog, falls man mehr über Mumbais Küche und Kultur erfahren möchte. Mumbai Boss - Making Sense of the City.
Ich muss gestehen, neben den interessanten Restaurant Kritiken bin ich bei der Fashion Week hängen geblieben und der neuesten Sari Mode.
http://mumbaiboss.com/2014/03/19/lfw-focus-16-ways-to-drape-a-sari/

Sehr schön.

Ebenfalls schön, dass es in Zukunft hoffentlich weiter Nachschub an Koriander geben wird. Gesät ist er jedenfalls.




Was noch? Ach ja. Backofencamembert für die Kids. Auch rich and creamy!


Sonntag, 30. März 2014

Meen Kulambu

Mein Bollywood Tipp diese Woche lautet: 'Wer zuerst kommt, kriegt die Braut' oder, viel schöner: Dilwale Dulhania Le Jayenge.
Laut Wikipedia lief der Film 2012 im 17. Jahr in täglichen Vorstellungen in einem Kino in Mumbai. Wahnsinn. Also, für die Schnellrechner hier nochmal die Bestätigung, dass er 1995 erschienen ist. Mein erster Eindruck war demnach auch, dass er bereits ein wenig altmodisch wirkt, zumindest was so die Kostüme und Ausstattung angeht. Aber das war schnell vergessen, denn man beginnt rasch mit Shahrukh Khan als Raj und Kajol als Simran, dem Traumpaar schlechthin, mitzufühlen und -fiebern und zwar bis zur letzten Minute des dreistündigen Filmvergnügens, das nie langweilig wird und sowohl melodramatische als auch humorvolle Seiten aufzuweisen hat und einen weiteren interessanten Einblick in indische Traditionen, Vorstellungen und Wertesysteme ermöglicht.

Einen weiteren Einblick in köstliche Fischcurrys gab es gestern Abend. Meen kulambu. Rick empfiehlt Kabeljau für dieses Curry, der ja zum Glück, wenn vielleicht auch nur tiefgekühlt, immerhin leicht zu bekommen ist. Dank der india store Lieferung von letzter Woche, konnte ich sogar den Teelöffel urid dal hinzufügen. Das Gericht ist schnell gemacht und schmeckt fantastisch und sehr creamy.

meen kulambu

Gegen Kabeljau haben die Kinder ja nichts einzuwenden, so lange er in Stäbchenform gereicht wird. Dass man Fischstäbchen selber machen kann, war ein wenig überraschend, kam aber gut an und sie haben sehr gemundet. Dass das Paniermehl mit einem Hauch curry powder gewürzt war, ist zum Glück nicht weiter aufgefallen.



Sonntag, 23. März 2014

Chana Masala

Diese Woche wollen wir uns den Chickpeas zuwenden. Vorher aber vielleicht noch der Hinweis, dass ich eine kleine Onlinebestellung getätigt habe. Bei http://www.india-store.de.
Ah, es war schwierig sich zurückzuhalten, denn es gibt wirklich wunderbare Dinge zu kaufen. Mode, Make-up, Schmuck, Filme, Zeitschriften… Ich habe mich brav an die Gewürze gehalten: Kashmiri Chilipowder, Indian bay leaves, Amchur... Mit der Bestellung hat alles gut geklappt. Das Porto ist nicht ganz billig, aber auf der anderen Seite, wenn man in die Stadt fahren muss und Parkgebühren zahlt und dann doch nicht das bekommt, was man braucht, ist es auch blöd. Von Bestellung bis Lieferung hat es 8 Tage gedauert, was für meinen Geschmack ein wenig lange war. Aber keine Sorge. Ich arbeite an meiner Ungeduld. Denn in der Zwischenzeit habe ich mich ein wenig in die Chakra-Meditation eingelesen. Bis ich einen geeigneten Kurs gefunden habe, muss ich mich wohl mit Büchern und Online-Anleitungen begnügen, wie z.B.
 http://www.yoga-vidya.de/meditation/meditationstechniken/chakra-meditation.html#c57659

So, nun aber ganz ausgeglichen und tief verwurzelt zurück zu den Kichererbsen. Ich bin nicht der größte Fan von Kichererbsen und die entsprechende Dose liegt meistens recht lange im Vorratsschrank. Letzte Woche bin ich allerdings zufällig auf ein Rezept von Jamie Oliver gestoßen, das meine Meinung geändert hat. Eigentlich ist es nur ein Teilrezept. Ich habe jedenfalls nur den Chickpea-Teil gekocht. - Überraschend köstlich und sehr einfach.

http://www.jamieoliver.com/recipes/vegetables-recipes/indian-pani-puri

spiced chickpeas



Motiviert von diesem Ergebnis habe ich dann gestern Chana Masala nachgekocht. Kichererbsen mit Tomaten und Chilies. Dieses Gericht ist soßiger als Jamies Rezept, es schmeckt ausgezeichnet - aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde dieses Mal Jamie gewinnen. Sorry Rick.


chana masala

Trotz des schönen Namens sind Kichererbsen nicht gleich Erbsen. Um ehrlich zu sein, besteht das momentane Kochverhalten darin, den Ketchup aus dem Kühlschrank zu holen und ihn über den Reis zu kippen. Hm, ich muss mir irgendwas einfallen lassen.