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Sonntag, 11. Oktober 2015

Kurkuma

Bringen Sie Farbe und Würze in Ihr Leben. Wenn Sie Kurkuma googeln und lesen, welche enormen Kräfte und Fähigkeiten dieses Gewürz hat, werden Sie keine Gelegenheit auslassen, dieses Wundermittel über Ihr Essen zu streuen. Leider hatte ich noch nie das Vergnügen, eine 'echte' Wurzel erstehen zu können, aber das Pulver tut es auch.
Es verleiht also dem Curry nicht nur seine schöne gelbe Farbe, sondern hat auch fantastische Heilkräfte. Es wirkt krebshemmend, entzündungshemmend und antioxidativ - um nur einige der Vorzüge zu nennen.
Wenn Sie eine Gewürzmischung - hierzulande gerne Curry-Pulver genannt - selbst herstellen möchten, darf Kurkuma darin nicht fehlen.

Eine immer leckere Gewürzmischung, die sie zu Beginn eines Currys zu den angebratenen Zwiebeln geben können und die somit die Basis für die Soße bildet, könnte folgendermaßen lauten:

Gewürzmischung

1 Tl Koriander gemahlen
1 Tl Kreuzkümmel (Cumin) gemahlen
1/2 Tl Chili Pulver (scharf)
1/2 Tl Ingwer Pulver
1/2 Tl Kurkuma


Mit dieser Standardmischung gelingt jedes Curry.

Zusätzlich, und um den gesundheitlichen Vorteil der Gelbwurz noch besser auszunutzen, raten Ayurveda Heiler zu einem abendlichen Schlaftrunk. Einer Gewürzmilch, die Sie heilt und Ihnen einen angenehmen Schlaf verschafft. Wenn Sie abends ein paar Kerzen und Räucherstäbchen anzünden, die passende Musik laufen lassen und diese Milch trinken, werden Sie das Gefühl haben in einem Ayurveda Spa in Kerala zu sein.

Gewürzmilch

Zutaten:

1 Becher Milch
1 Messerspitze Pfeffer gemahlen
1 Messerspitze Zimt gemahlen
1 Messerspitze Kardamom gemahlen
1 Messerspitze Kurkuma gemahlen
1 Tl Honig

Zubereitung:

Die Milch in einem Topf zusammen mit den Gewürzen erhitzen. Zum Ende hin gut verrühren. In einen Becher geben und mit einem Teelöffel Honig süßen. Für einen edleren Touch kann man gerne auch noch etwas Safran mit in die Milch geben. Wenn Sie mögen, können Sie auch einen Hauch von Muskat als Finish darüber mahlen. Am besten nach einem wohltuenden Bad im Pyjama auf einem bunten Kissen genießen und dann ins warme Bett.



Falls Ihnen heute Abend aber nicht nach früher Bettruhe ist, sondern nach Herzschmerz und Bollywood, so empfehle ich den Epos 'Lebe und denke nicht an morgen', den wir auf RTL II sehen können. Ein wenig Ausdauer brauchen Sie aber natürlich - mit Werbung sind das satte 230 Minuten. Aber was soll's. SRK und Preity Zinta sind es doch wert. Dazu ein Curry und einen kräftigen Chai und dann eben um Mitternacht unser Schlaftrunk - wunderbar.

Sonntag, 21. September 2014

Sour Berry Chicken Pulao

Ok, dieses Gericht können Sie ohne mit der Wimper zu zucken an Weihnachten auftischen. Cranberries, Cashewnuts, Hühnchen (in meinem Fall mal wieder Aubergine), Safran, Zimt. Ich merke es mir auf jeden Fall für das Heilig Abend Dinner. Etwas würde ich allerdings anders machen. Obwohl ich inzwischen ein großer Fan davon bin, die Gewürze zu Beginn ganz ins heiße Öl zu geben, damit sie ihr Aroma abgeben können, so würde ich doch in diesem Falle die Kardamomkapseln entweder wieder entfernen bevor der Reis dazukommt oder vielleicht gemahlenen wählen. Das fertige Gericht sah aus wie ein Gedicht und ich war so voller Vorfreude süß, scharf und vor allem Safran zu schmecken, dass ich schier entsetzt war, wie meine Geschmacksnerven von Kardamom regelrecht überfallen wurden. Ich biss immer wieder auf Kardamomkapseln, die ich im Reis nicht mehr ausfindig machen konnte und schmeckte nur noch Kardamom. Obwohl aus ayurvedischer Sicht dies sicher sehr gut für meinen Magen und frischen Atem war, war ich doch ein wenig überfordert damit und es tat mir um den Safran leid.
Dennoch würde ich sagen, war es bis jetzt der Höhepunkt der Pulaos und wird in jedem Falle wieder gekocht.


Sour Berry Pulao

Sonntag, 3. August 2014

Maa ki dal

Das kleine Schwarze unter den Dals. Köstlich, delikat und ein wenig geheimnisvoll, die schwarzen Linsen. Zwei Teelöffel Kashmiri-Chilipowder. Dieses Mal habe ich mich brav an die Anweisung gehalten. Dafür musste ich später ein wenig Joghurt unterrühren, da es mir einen Tick zu scharf war. Nun ja. Vermutlich muss man jedes Gericht erst mal probieren und sich dann genau notieren, wie viel Chili man verträgt. Die Art der Zubereitung und die Menge an Schärfe hängen irgendwie zusammen, aber völlig klar ist mir der Zusammenhang noch nicht.


maa ki dal


Ich muss gestehen, dass ich am Wochenende zum ersten Mal Ghee benutzt habe. Ja, natürlich hätte ich dies schon längst tun sollen, aber ich war schon mit den Rezepten, Pasten und Gewürzmischungen einigermaßen ausgelastet, dass bisher der Einfachheit halber entweder Öl oder Butter verwendet wurde. Ok ok, ich habe auch nie Senföl benutzt, aber das ganz bewusst, weil Rick auf kontroverse Diskussionen um seine gesundheitliche Wirkung hinweist. Da ich diesbezüglich noch zu keinem endgültigen Urteil gelangt bin und nicht mal weiß, ob ich es im hiesigen Asialaden finden würde, da ich mal wieder länger den Weg dorthin nicht geschafft habe, habe ich einfach gängige neutrale Öle verwendet.
Die Herstellung von Ghee steht aber schon länger auf meiner To-do-Liste. Für den Anfang habe ich mich mit einem Glas von Alnatura begnügt, aber die Neugierde ist geweckt, zumal Ghee aus Ayurveda-Sicht ja das reinste Wundermittel ist. Zum Beispiel fördert es die Verdauung, hilft bei Husten und Fieber, bei Blutarmut und das Beste: es wirkt verjüngend! Also, dann werde ich demnächst mal in die Produktion gehen. Gestern landete es im Naan und im Dal, um den Geschmack abzurunden (oder vielleicht auch, um - ebenso wie der beigefügte viertel Teelöffel Asafoetida - den Verdauungsprozess zu erleichtern?). Mein Verdacht wird immer stärker, dass die indische Küche so viel mehr ist, als das Zubereiten sättigender und wohlschmeckender Gerichte.





Sonntag, 8. Juni 2014

Ajwaini fish tikka

Diese Woche habe ich mich ein wenig mit Ayurveda befasst. Und ich muss sagen, je mehr ich über Ayurveda lese und höre, desto mehr fürchte ich mich davor. Ich meine, natürlich bin ich beeindruckt von den alten Lehren und Weisheiten, keine Frage! Und ich würde gerne die Massagen und das köstliche Essen in einem Ayurveda Hotel in Anspruch nehmen, aber ich glaube, ich bin generell nur bis zu einem gewissen Punkt bereit, mich innerlich und äußerlich zu reinigen und meinen doshas entsprechend zu essen. Aber gut, es soll nicht heißen, ich würde mich nicht anstrengen. Schließlich möchte ich relativ ganzheitlich in die indische Küche und Lehren versinken. Ich versuche nun also mein Morgenritual so gut es geht vor dem ganzen Schulstress, der um 6.20 beginnt, unterzubringen - Meditation, Sonnengruß, Ölung, dann warmes Ingwerwasser für die bessere Verdauung... und ich versuche mehr Kräuter zu essen, damit mein aufgeregtes Pitta sich beruhigt. Es wirkt wunderbar. Ich bin völlig ausgeglichen. Wirklich interessant sind ja die Wirkungen der Gewürze, die ich mir eifrig notiere und nun benutze ich also beim Kochen mein neugewonnenes ayurvedisches Wissen und weiß, dass wenn ich Bockshornklee verwende, sich dies belebend auf den Stoffwechsel auswirkt und außerdem die Nerven stärkt. Muskat wirkt beruhigend und Safran verjüngend und aufbauend. Hmm, ich brauche dringend noch ein wenig Safran.
Chat Masala
Eine ganze Menge an wohltuenden Gewürzen gingen auch in unser Fischgericht diese Woche. Vor allem in das Chat Masala, das ähnlich wie das besser bekannte Garam Masala eine Mischung aus verschiedenen Gewürzen ist. Ich glaube, ich mag gar das Chat Masala noch lieber. Vielleicht weil ich hier die Möglichkeit habe, die eher ungewöhnlichen Gewürze Amchur und Asafoetida unterzubringen. Das Chat Masala wird am Ende der Garzeit noch über den ohnehin schon zuvor zweifach marinierten Fisch gestreut. Geschmacklich also ein vielversprechendes Tandoori Fischgericht. Und zudem perfekt für die Grillsaison geeignet. Dazu einfach Naan, vielleicht ein Dal oder ein Mint Raita. Köstlich.

ajwaini fish tikka

Obwohl ich innerlich und äußerlich so rein und ausgeglichen bin in diesen Tagen, so bin ich es doch ein wenig leid, dass meine so gesunde, gar heilende Küche vom Nachwuchs weiterhin geschmäht wird. Ich denke, ich muss ihnen dringend ein wenig Chat Masala ins Ketchup mischen, damit ich irgendwelche Fortschritte mache.